Kinder- und Jugendlichentherapie

In einer Zeit, in der das Leben einerseits in vielen Bereichen leichter geworden ist, gibt es andererseits gerade bei Kindern und Jugendlichen völlig neue Herausforderungen zu bewältigen: Neue Medien, neue Familienkonstellationen nach Trennung, Krisen aufgrund innerfamiliärer Veränderungen oder Erkrankungen, Überforderung in der Schule, Mobbing, Computer oder Kaufsucht  etc. sind dafür  nur einige Beispiele.
Das bedeutet Kinder und Jugendliche sind in unserer immer komplexer und schneller werden Welt nicht nur durch ihre eigentlichen Entwicklungsaufgaben gefordert, sondern müssen sich parallel mit oben genannten Themen auseinandersetzen, was leider  auch zu Überforderung und Krisen führen kann.

Systemische Kinder- und Jugendlichentherapie

In diesem Fall bietet die Systemische Kinder- und Jugendlichentherapie wirksame Hilfe, primär bei den Betroffenen selbst, aber auch als Entlastung für das gesamte Familiensystem. Der systemische Blick ermöglicht es meist sehr schnell, weg vom „Symptom“ auf die  eigentlichen Hintergründen zu blicken, und so die durch den Konflikt blockierten Ressourcen wieder zu aktivieren.
Vom Ablauf her erfolgt zunächst eine erste Sitzung zum gegenseiteigen Kennenlernen mit den Eltern oder einem Elternteil und dem Kind/Jugendlichen. Dabei geht es erst einmal unverbindlich darum, sich kennenzulernen, das „Problem“ aus der Sicht aller Beteiligten zu hören um dann gemeinsam zu entscheiden, ob eine Kinder/Jugendlichentherapie in diesem individuellen Fall gewünscht und aus therapeutischer Sicht sinnvoll ist. Methodisch richten sich Ablauf und therapeutische Gestaltung stark nach dem Alter der Kinder/Jugendlichen und dem entsprechendem Thema, welches es zu bearbeiten gibt. So arbeitet man mit jüngeren Kindern eher nonverbal und indirekt  z.B. mit Bildern, Zeichnungen, Geschichten, Handpuppen, Figuren etc., hingegen erfolgt die Arbeit mit Jugendlichen beispielsweise mit dem Familienbrett, über Rollenspiele und Gespräche.

Der Systemische Prozess in der Kinder- und Jugendlichentherapie

Im gesamten systemisch therapeutischen Prozess entscheidend ist aber die ständige Vernetzung innerhalb des Familiensystems durch regelmäßige Eltern/Familiengespräche, bestenfalls mit der  Beteiligung aller aus dem Familiensystem. Dadurch relativiert sich meist der Druck der auf dem Kind/Jugendlichen liegt rasch, und es wird deutlich, dass die Kinder als „Symptomträger“ nur das widerspiegeln und ausagieren, was im Familiensystem nicht rund läuft. Dies führt in der Regel zu einer unglaublichen Entlastung, und allein deshalb schon zu einer ersten Entspannung und schafft so die Basis für die Erarbeitung alternativer Handlungsstrategien. So ermöglicht die systemische Kinder- und Jugendlichentherapie wieder das Vertrauen in sich selbst zu finden und  ist  meist der „Schlüssel“ für einen Neubeginn und eine positive Veränderung im Leben.